Weil Vielfalt Leben schenkt. Warum ich tue, was ich tue

So. Da ist sie also, die Frage nach dem Warum. Markus Cerenak wirft sie im Rahmen seiner Blog-Aktion in die Runde. Nun also: mein Warum.

Warum? Meine Lieblingsfrage, schon immer.

Zum einen frage ich mich immer wieder mal für mich ganz persönlich, was meine Motive hinter meinem Handeln sind. Dem kleinen, alltäglichen Handeln und dem großen, grundsätzlichen Handeln, das sich bei mir vor allem beruflich niederschlägt. Ersteres bringt Selbsterkenntnis, das zweite stärkt mich.

Zum anderen frage ich mich oft nach dem Warum kollektiven menschlichen Verhaltens. Was bringt uns dazu, mit Tieren so grausam umzugehen, wie wir es tun? Was bringt uns dazu, Menschen, die anders sind als wir selbst oder unsere Vorstellungen von ihnen, abzuwerten, zu diskriminieren, zu misshandeln, zu demütigen? Was bringt uns dazu, nicht für unsere Rechte oder die anderer Wesen einzutreten, mit aller Macht, die wir zur Verfügung haben? Oder hier die Frage: Was lässt uns mutig sein?

Und ich frage auch meine KundInnen nach ihrem Warum. Weil ich überzeugt bin, dass unsere Motive für ein bestimmtes Handeln oder ein Projekt wichtige Informationen liefern. Und sie tragen uns durch alle Zeiten. Wenn wir wissen, warum wir etwas wollen, was uns daran anzieht, dann können wir uns in Krisen daran erinnern und neue Kraft daraus schöpfen. Ganz besonders eklatant habe ich das im Rahmen der Berufswahl schon mehrfach erlebt: die Menschen, die wissen, warum sie ihren Beruf gewählt haben, stehen auch Dürrezeiten durch.

Und in der Mediation gehört die Frage nach den Motiven hinter einem konkreten Tun zum Herzstück. Wenn wir wissen, was unsere*n Konfliktpartner*in dazu bringt, so oder so zu agieren, können wir ihn*sie verstehen, uns in ihn*sie hineinversetzen. Und im Idealfall spüren wir, dass wir selbst vielleicht ähnlich handeln würden, wären wir an seiner*ihrer Stelle. Ohne das Warum gelingt keine Mediation.

Insofern finde ich die Frage nach dem Warum absolut sinnvoll und hilfreich. Wenn sie dosiert und gezielt eingesetzt wird und nicht in eine Schleife von Rechtfertigung, Schuld, Selbstmitleid, Selbsthass führt. Sondern in ein konstruktives Wofür/Wohin mündet.

So, jetzt zu mir und meinen Warums, in loser Reihenfolge

Warum engagiere ich mich in Tierschutzfragen?

Weil ich es nicht aushalte, zu sehen, was passiert, und nichts zu tun. Weil ich mich nicht ohnmächtig fühlen will angesichts des unsäglichen alltäglichen Leids. Und Wegschauen ist für mich wahrlich keine Alternative. Weil es ein kaum in Worte zu fassendes Geschenk ist, zu erleben, wie Tiere, die Schlimmstes erlebt haben, ihr Leben neu entdecken und Vertrauen fassen. Und weil ich nicht so viel Zeit und Platz habe, konkret praktisch zu helfen, unterstütze ich Tierschutzorganisationen mit 3% meines Honorars.

Warum engagiere ich mich für Menschenrechte und habe dabei ganz besonders Frauen und LSBTI im Blick?

Weil’s mich was angeht. Weil’s mir was ausmacht, dass Menschen schlecht behandelt werden für das, was sie sind. Egal, ob sie ihr Sosein gewählt haben oder nicht. Weil ich meinen Teil der Verantwortung darin übernehmen will. Weil ich es für absolut not-wendig halte. Weil bei allen Formen gruppenbezogender Menschenfeindlichkeit ein Entgegentreten wichtig ist. Weil ich mir wünsche, dass jede*r die Möglichkeit hat, sich zu entfalten.

Warum blogge ich?

Weil ich Sprache liebe und Kommunikation. Weil ich finde, die Menschheit muss wissen, was ich denke;) (sind wir nicht alle ein bisschen narzisstisch?). Weil schreiben ein Weg ist, den meine Kreativität sich sucht. Weil ich gerne Teil einer (Netz-)Gemeinschaft bin. Weil ich mich mit meinem Unternehmen »entfaltung hat RAUM« auf lebendige Weise sichtbar machen will. Als Mensch und als Profi. Weil Bloggen mir Spaß macht. Weil ich gerne Impulse gebe, die weiterzuspinnen oder umzusetzen meinem Gegenüber überlassen bleibt. Impulse, die Raum für die persönliche, berufliche oder politische Entfaltung eines MenschenWesens schaffen. So arbeite ich auch als Coachess oder Trainerin.

Warum bin ich selbständig?

Weil’s mich glücklich macht. Weil ich es liebe, frei entscheiden zu können, was ich wie und wann tue. Weil ich das was ich arbeiten will, und vor allem, wie ich arbeiten will, nirgendwo in Festanstellung tun kann. Weil ich mir seeeehr schwer tue damit, zuzuschauen, wenn ein Team, eine Abteilung, ein Unternehmen sich mit mittelmäßiger Qualität zufrieden gibt und so hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Sich nicht entfaltet in ganzer Schönheit.

Warum die Vielfalt in meinem Slogan: „Wir entfalten uns, wenn wir unsere Vielfalt l (i) eben“?

Weil ich sicher bin, dass wir uns nur dann wirklich entfalten können, wenn wir uns selbst kennen-anerkennen. In unserer Vielfalt, die wir ja alle sind. In dieser Vielfalt haben auch Widersprüche und Ungereimtheiten Ihren Platz. Die müssen nicht wegopertiert werden durch schlaue psychologische Techniken. Nein, die gehören zu uns. Punkt.

Weil in der Vielfalt Schönheit ist. So wie in der Natur. Mir gefallen die wild wuchernden Wiesen, wo die Pflanzen sich ausbreiten und entfalten dürfen, wie es ihnen einfällt. Gestutzte stachellose Rosensträucher? Blumenrabatten in exakter Begrenzung? Englischer Rasen? Nichts für mich!

Weil in der Vielfalt Gesundheit liegt. Auch hier: wie in der Natur. Wir alle wissen, was Monokulturen mit den Böden, den Pflanzen, den Tieren, dem Klima machen. Und ich glaube zutiefst, dass wir Menschen nicht auf Spezialisierung ausgelegt sind.

Weil in der Vielfalt ungeahnte (und unberechenbare!) Kräfte schlummern und aus ihr die scheinbar verrücktesten Ideen entstehen. Vielfalt ist Kreativität, ist Neues-schaffen.

Weil Vielfalt Leben schenkt. Dieser Satz steht auf den selbst gebastelten Samentütchen mit Bio-Saatgut für die Bienen, die ich als Give aways verwende und von Herzen gern verschenke.

Weil die Vielfalt in meinem Slogan sich genauso auf einzelne Menschen bezieht wie auf Menschengruppen und Unternehmen/Organisationen. Und unsere Gesellschaft. Da heißt das dann Diversity und ist schon in manchen Köpfen und Firmen angekommen. In diesen Firmen entwickelt sich dann der RAUM, von dem ich oben sprach. Eine echte Diversity-Kultur. Da bin ich zu Hause.

Weil ich selbst diesen Weg gehe: im Prozess meiner Positionierung als Unternehmerin habe ich unter großen Mühen irgendwann die Entscheidung getroffen, mich nicht „spitz“ aufzustellen, wie es in der Marketing-Sprache heißt. Also mich nicht zu spezialisieren auf ein einziges Angebot oder eine einzige Zielgruppe, wie es ja immer und überall empfohlen wird. (Fast überall. Monika Birkner hat dazu mal sehr Überzeugendes geschrieben, hier zum Beispiel.)  Ich habe mir zugestanden, dass es mich schlicht langweilen würde, immer nur Ziele-Coachings zu machen. Oder nur mit Fruen zu arbeiten. Für mich gilt: die Mischung macht mich lebendig. Weil meine eigene Vielfalt RAUM bekommt. Wow. Das fühlt sich wirklich gut an!

Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unterstütze seit 1996 Menschen darin, ihre persönlichen, beruflichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themenfelder: Kommunikation | Konflikte | Ziele

Unternehmen und Organisationen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unternehmensprozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autorisierte Prozessberaterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.