Indignez-vous: Nele Tabler engagiert sich

Angelehnt an Stéphane Frédéric Hessels „Indignez-vous“ lasse ich in der Kategorie “engagement für das leben” immer wieder mal interessante Menschen zu Wort kommen, die über ihr persönliches Engagement für das Leben berichten.

Mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu inspirieren, sich zu empören. Ihnen Mut zu machen, aufzustehen und sich für eine bessere Welt zu engagieren.

Heute engagiert sich Nele Tabler.

Nele Tabler, Bloggerin und Autorin, lebt mit Frau und Hunden im tiefen Odenwald.

Worüber „empörst“ du dich? Was findest du in der Welt, wie du sie erlebst, „unwürdig“?

Wenn ich jetzt anfinge, alles aufzählen, wäre ich wahrscheinlich in ein paar Stunden noch nicht fertig. Das fängt an mit Dingen, die weit weg von mir passieren und mich erst auf Umwegen erreichen, wie z. B. die unwürdigen Arbeitsbedingungen der Näher_innen in Bangladesch. Geht weiter mit vielem, das unter den Begriffen Hartz IV oder Pflege zusammengefasst werden kann und endet bei unserer Lebenspartnerschaftsurkunde, die ein liebloses Behördenformular mit einem Stempel vom Ordnungsamt ist. Es kommt ja nicht oft vor, dass wir sie uns wirklich ansehen müssen, aber wenn, dann werden wir jedes Mal wieder daran erinnert, dass wir als lesbisches Paar trotz aller gegenteiliger Beteuerungen doch als Menschen 2. Klasse gesehen werden.

Stell dir vor, eine Fee gibt dir drei Wünsche frei, mit denen du in dieser Welt etwas verändern kannst: was wünschst du dir?

Ich glaube, für die Vorstellung bin ich zu alt :-) In dieser Welt müsste so unglaublich verändert werden, dass ich vor lauter Abwägen, welche drei Dinge nun die Wichtigsten sind, letztendlich überhaupt keine Entscheidung treffen könnte. Das mit der Fee und den Wünschen würde bei mir nur im ganz persönlichen, privaten Bereich klappen.

Wie gehst du – im Innen und vielleicht auch im Außen – mit deiner „Empörung“ um?

Im Inneren kann ich nur sehr schlecht damit umgehen, ich befürchte wirklich, eines Tages trifft mich der Schlag, wie es so schön heißt. Wenn es ganz schlimm kommt, gehe ich manchmal in den Wald und schreie dort, so laut ich nur kann. Stundenlange Spaziergänge mit den Hunden helfen mir noch am besten. Nach außen habe ich viele Möglichkeit, meiner Empörung Luft zu machen, gegen etwas anschreiben, informieren, streiten, demonstrieren.

Welche Erfahrungen hast du mit dem „Empören und Engagieren“ in deinem Leben gemacht?

Dass es sich in vielen Fällen lohnt, auch wenn es manchmal verdammt lange dauern kann – und mit lange meine ich jetzt tatsächlich Jahrzehnte, siehe Atomkraftwerke – bis sich etwas ändert und es zwischendurch immer wieder Phasen gibt, in denen ich fest davon überzeugt gewesen bin, „das“ wird nie anders werden, im Gegenteil, „das“ wird ja immer schlimmer statt besser.

Welche Empfehlungen kannst du anderen Menschen, die sich „empören“, geben?

Gar keine, ich empfehle anderen Menschen höchstens Mal ein Buch, das mir gut gefallen hat.

Was möchtest du noch sagen, was nicht in den Fragen enthalten ist?

Nichts :-)

Danke, Nele, für dein Engagement!

Und ganz besonders für deinen großartigen Einsatz im Zusammenhang mit #idpet, der unsäglichen Petition gegen die Bildungsplanerweiterung in Baden-Württemberg, die den sinnvollen Einbezug der Lebenswelten von LSBTI vorsieht!

Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unterstütze seit 1996 Menschen darin, ihre persönlichen, beruflichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themenfelder: Kommunikation | Konflikte | Ziele

Unternehmen und Organisationen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unternehmensprozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autorisierte Prozessberaterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.