Einladung zur #Blogparade: Authentizität und Erwartungen in der Dienstleistung – ein Balanceakt?

Immer wieder, immer noch beschäftigt mich die Frage der Authentizität.

In Gesprächen, in den Medien, beim Netzwerken. Wenn ich Websites von KollegInnen anschaue oder in Blogs stöbere, die sich mit PR, social media, alternativen Heilweisen oder Kommunikation befassen. In digitalen Diskussionen. Bei „meiner“ tollen Frisörin (Claudia, du bist die Beste!), die mir von ihren KundInnen erzählt. Oder wenn mir eine ehrenamtliche Vorstandsfrau von den Erwartungen der Vereinsmitglieder berichtet.

Überall wird Authentizität gefordert oder gefördert. Im Marketing, in der Selbstdarstellung, in der Dienstleistung. PolitikerInnen wird sie kaum abgenommen, Medienschaffenden auch eher wenig. Authentische LehrerInnen? Schreibende? Hier habe ich über unsere Sehnsucht nach Authentizität geschrieben.

Ich glaube, Authentizität hat sehr viel mit Erwartungen zu tun.

In vielfacher Verknüpfung.

Zum Beispiel: Authentizität scheint eine Erwartung (Forderung?) zu sein, die an uns Menschen herangetragen wird.

Zum Beispiel: Angesichts von Erwartungen, die an uns herangetragen werden, stellt sich die Frage, wie wir diese in Balance bringen mit unseren eigenen Werten, unserem Selbstverständnis.

Zum Beispiel: Wir gehen oft nicht sehr respektvoll mit öffentlich sichtbaren Menschen um. Wollen Privatleben sehen oder gerade nicht. Wollen ehrliche Meinungen hören oder strafen sie ab. Erwarten Perfektion und haben Angst vor ihr. Hinterfragen und wollen doch gar nicht so genau wissen. Erwarten Rundum-Betüdelung und wollen uns selbst nicht verändern.

DienstleisterInnen sind öffentlich sichtbar in ihrer Berufsrolle und gleichzeitig als Mensch.

Weil sie etwas verkaufen, das mit ihnen als Person eng verbunden ist. Deshalb stellt sich hier die Frage nach der Authentizität auf diesen beiden Ebenen, die durchaus miteinander in Konflikt geraten können.

Drei Fragen beschäftigen mich

Was macht Menschen, die eine Dienstleistung anbieten, in unserer Wahrnehmung glaubwürdig?

Wie gehen wir mit DienstleisterInnen (=ExpertInnen, Beratende, Trainierende, Coachende, Heilende, Lehrende, Vortragende, Schreibende, politisch Handelnde, Bedienende…) um und welche Ansprüche stellen wir an sie?

Wie gehen DienstleisterInnen mit sich selbst um und welche Ansprüche stellen sie an sich selbst?

Auf zur Blogparade

Ich glaube, dass ich nicht allein bin mit diesen Fragen. Deshalb lade ich alle, die sich als DienstleisterIn sehen oder als EmpfängerIn einer solchen Leistung (KundIn), heute zur Blogparade ein. Die erste in meinem Bloggerinnenleben!
*ein ordentlich lauter Tusch ist zu hören* ;)

Wie geht das und wie kannst du dich beteiligen?

Eine Blogparade sammelt über einen festgelegten Zeitraum Beiträge von vielen verschiedenen BloggerInnen zu einem Thema.

Wenn du dich hier beteiligen willst, schreibst du deinen Beitrag entweder hier in die Kommentare oder du veröffentlichst in deinem eigenen Blog einen Beitrag, in dem du hierher verlinken kannst, und stellst hier in den Kommentaren einen Link zu deinem Blogbeitrag ein.

Ich stelle am Ende dieses Beitrags nach und nach eine Liste der Beiträge zusammen, so dass hier immer zu sehen ist, wer sich mit welchem Artikel beteiligt hat.

Wie lang läuft die Blogparade?

Du hast entspannte sechs Wochen Zeit, deinen Beitrag einzureichen: die Blogparade endet am 23. August 2013.

Was ist, wenn sie zu Ende ist?

Dann beginnt für mich die eigentliche Arbeit ;). Ich bastle eine Zusammenfassung aller Beiträge und stelle sie hier für alle zur Verfügung. Wie diese Zusammenfassung aussehen wird, kann ich noch nicht sagen. Das zeigt sich, wenn ich die Beiträge kenne.

Und was kommt dabei heraus?

Es geht mir in der Blogparade um die Verbindung zweier Sichtweisen: die Perspektive der DienstleisterInnen und die Sicht der KundInnen.

Meine Phantasie ist, dass es eine anregende und nützliche Gegenüberstellung geben wird.

Mit dem Ziel, dass sich die verschiedenen Betrachtungsweisen gegenseitig bereichern und beide Seiten einander umfassender wahrnehmen. Und jede Seite kann für sich ihr Verhalten überdenken, ihre Werte, ihre Vorstellungen, Projektionen, Erwartungen und (Fehl-)Einschätzungen. Die DienstleisterInnen bekommen wertvolles Feedback, die KundInnen dürfen sich auf noch bessere Qualität freuen.

Das ist doch was, oder? Und dann sind wir glücklich bis an unser Lebensende… ;)

Zu welchen Fragestellungen kannst du schreiben?

Die Leitfragen sind die drei oben genannten. Du kannst aus einer oder aus beiden Perspektiven (DienstleisterIn, EmpfängerIn) schreiben, wie du magst. Und hier sind noch ein paar Weiterdenkfragen:

Als DienstleisterIn:

Achtest du bewusst darauf, glaubwürdig/authentisch zu sein? Wie? Geht das überhaupt?

Wie oft hinterfragst du dich in deiner Arbeit? Wie intensiv? Wie weitreichend?

Wie bewusst schaffst du es, mit deinen inneren Mustern und Strukturen umzugehen?

Wie gehst du mit den Fehlern um, die du machst?

Wie gelingt dir die Balance zwischen Selbstkritik und Selbstliebe?

Wie gehst du mit Erwartungen oder Ansprüchen um, die deine KundInnen an dich richten? Innerlich und nach außen?

Als KundIn/EmpfängerIn:

Wie geht es dir mit DienstleisterInnen und deren Selbstdarstellung? Wem nimmst du ab, was er/sie sagt, wem nicht? Warum? Was lässt dich vertrauen, was nicht?

Inwieweit und unter welchen Umständen erwartest du von einem/einer DienstleisterIn, dass er/sie die Themen, zu denen er/sie berät, selbst kann und umsetzt?

Wie wichtig ist dir, was ein/e DienstleisterIn außerhalb der Beratungsräume tut, wie er/sie agiert? In anderen Berufsrollen? Privat?

Achtest du darauf, für welche Werte ein/e DienstleisterIn steht und inwieweit er/sie diese Werte selbst lebt?

Wie gehst du damit um (innerlich und nach außen), wenn ein/e DienstleisterIn Fehler macht? Oder sich aus deiner Sicht „unfähig“ verhält, sich in seinem/ihrem Unvermögen zeigt?

Macht es für dich einen Unterschied, in welcher Branche ein/e DienstleisterIn tätig ist? Ob es um Heilung geht, Marketing, Rechtsberatung, Wissensvermittlung, Ausbildung, Persönlichkeitsentfaltung, Politik (aus meiner Sicht ein Sonderfall der Dienstleistung, mit Stimmen als Währung), Seelsorge, Job Coaching, Unternehmensberatung oder anderes? Wenn ja: welchen?

Noch Fragen?

Schreib mir einfach.

Und jetzt… *Trommelwirbel*… Go!

Viel Freude beim Schreiben!

Ich freue mich auf eure Beiträge und bin sehr gespannt!

 

Hier sind die Beiträge zur Blogparade:

Martina Taruttis, Inhaberin von TrauDichReisen, beschreibt hier in den Kommentaren, wie Authentizität mit Rollenvielfalt und Verantwortung zusammenhängt.

Jennifer Gregorian, Geschäftsführerin der Diversity Art Media Dam UG, betont die Notwendigkeit, als UnternehmerIn authentisch zu sein, uns zwar lang- und kurzfristig.

Henry Schmid schreibt in seinem Blog aus KundInnensicht.

Martina Cwojdzinski, MetameriePR, schreibt über Authentizität und ein gutes Bauchgefühl.

Axel Pabst, Rechtsanwalt und vieles andere mehr, bringt mit der Frage „Wieviel Authentizität dürfen Sie von einem Rechtsanwalt erwarten?“ seine Wertschätzung gegenüber seinen MandantInnen und sich selbst zum Ausdruck.

gy schreibt hier in den Kommentaren über den Umgang mit sich selbst als DienstleisterIn und die Notwendigkeit, immer zu wissen „Wo/Wie bin ich gerade“.

Silke Loers, Vertriebsberaterin in Hamburg, beschreibt, wie sie auf authentishes Sein und Tun als Dienstleisterin achtet, in virtuellen und „realen“ Welten: Authentizität: Kann man auch in Social Media authentisch sein?.

Gerhard Schröder, Blogger und mehr, fragt in seinem Blog Padlive: Kennst DU meinen wahren Namen?. Eine kreative Annäherung ans Thema Authentizität.

Jo Diercks beschreibt aus Personalmanagement-Sicht, was Authentizität bedeutet: Was ist “authentisch”? Ihre Meinung…

Monika Birkner, Business Transformer, Strategieberaterin, Unternehmercoach und Autorin, stellt in ihrem Beitrag Warum ich den Ruf nach Authentizität im Business kritisch sehe die Absolutheit und Starre, die in der Forderung nach Authentizität oft mitschwingt, in Frage.

Christa Goede, freiberuflich mit „Text. Konzept. Projekt.“ unterwegs, beschreibt in ihrem Artikel Blogparade Authentizität. Mit Herzblut zu Überzeugungstaten. wie sie sich darin übt, ihre Gefühle und Gedanken nicht immer gleich in ihrem Gesicht zu platzieren. ;)

Thomas Lemke, Coach und Berater, beleuchtet in seinem Beitrag Authentisch sein!? die Frage nach der Sinnhaftigkeit und Praktikabilität des Authentischseins.

Judith Torma, „Rednermacherin“, setzt sich in ihrem Rhetorikblog theoretisch und praktisch mit der Frage auseinander: Wie werde ich zum authentischen Redner?

Eva Ihnenfeldt, Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr GmbH, nennt in ihrem Beitrag  #Blogparade zu “Authentizität” – aus Anbieter- und Kundensicht drei Gründe, warum sie ehrlich ist.

Andrea Wallenwein, Coach, beschreibt in ihrem Beitrag Authentizität als Coach, wie ihr fundiertes Handwerkszeug ihr die Freiheit ermöglicht, gelassen mit Erwartungen von außen umzugehen.

Kerstin Boll, selbständig mit quiVendo – PR für Trainer und Berater, stellt sich Die merkwürdige Frage nach der Authentizität zum ersten Mal und findet, man kann nicht nicht authentisch sein.

Stephanie Wagner, Textspezialistin und Kommunikationsberaterin, gibt in ihrem Beitrag Wer bin ich – und wenn ja…? einen Einblick in ihr inneres Gerangel zwischen Authentizität und Erwartungen.

Barbara Simonsen bietet Führungscoaching und Strategieberatung an und beleuchtet in ihrem Beitrag die Frage: Können Führungskräfte authentisch sein? Tipps für den Umgang mit der neuen Rolle.

Bettina Schöbitz, Respektspezialistin, stellt in ihrem Beitrag fest, dass sie Im Alter authentischer wird und entführt den/die LeserIn auf den Wochenmarkt.

Nicole Gugger, Expertin für „echtes. einfaches. emotionales. präsentieren“, arbeitet am liebsten mit IndividualistInnen. Was sie damit meint, beschreibt sie in ihrem Beitrag Ist Authentizität ein Balanceakt?.

Andrea Stanke steht mit Heart Worx für authentische Unternehmenskommunikation und erklärt, was der Reformhausinhaber ihrer Wahl im Hinblick auf Authentizität im Business richtig macht.

Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unterstütze seit 1996 Menschen darin, ihre persönlichen, beruflichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themenfelder: Kommunikation | Konflikte | Ziele

Unternehmen und Organisationen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unternehmensprozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autorisierte Prozessberaterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.