Blogparade von Monika Birkner: Mein WERT als Einzelunternehmerin ist MehrWERT für andere

„Ich bin selbständig und mein Unternehmen heißt entfaltung hat RAUM.“

Ich liebe es, mich vorzustellen mit diesem Satz.

Auch wenn ich das Wort „Selbständigkeit“ sehr seltsam finde in diesem Zusammenhang. Ich meine nicht das langweilige Wortspiel von „selbst und ständig“. Das ist weder mein Selbstverständnis noch meine Lebenseinstellung.

Ich meine damit folgendes: im letzten Jahr beobachtete ich mich darin, zu sagen „Ich mache mich selbständig“. Nun bin ich keine 14 sondern 41 Jahre alt und sicher schon eine ganze Weile in der Lage, mein Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Ok… mal mehr mal weniger ;). Selbständig bin ich ungefähr, seit ich aus meinem Elternhaus ausgezogen bin und ein eigenes kleines Geld verdient habe. Zumindest habe ich mich selbständig gefühlt. Auch, wenn ich „abhängig beschäftigt“ war. (Ich glaube ja, dass die Worte, die wir benutzen, unsere Realität kreieren. Interessant, wie wir uns bzw. die Mehrzahl der erwerbstätigen Menschen durch solche Wortschöpfungen daran hindern, sich eigenverantwortlich und frei zu fühlen. Aber das ist ein anderes Thema.)

Neben meinem Arbeitnehmerinnendasein war ich immer zusätzlich als freiberufliche Trainerin und Coachess unterwegs. 16 Jahre lang war ich „selbständig im Nebenberuf“. Im letzten Jahr traf ich dann die Entscheidung, aus meiner Teil- eine Vollzeit-Selbständigkeit zu machen. Spannend finde ich, dass ich mich seit diesem Entschluss anders fühle:

Ich wurde-werde zur Unternehmerin.

Das merke ich an vielen kleinen und gefühlt großen Dingen… Erlebnisse, Selbstbeobachtungen, Feedback.

Beispiel 1:

Ich fühle mich stolz, wenn ich mich als Unternehmerin präsentiere. Stolz auf mich und die WERTe, die ich in meinem Leben geschaffen habe. Mehr ideelle als materielle WERTe. Und ich spüre irgendwie meine vielen bemerkensWERTen Leistungen in meinem Rücken, die mich tragen. Die mich das sein lassen, was ich bin. Die mich qualifizieren für eine hochWERTige Arbeit mit Menschen.

Beispiel 2:

Ich freue mich immer noch sehrsehrsehr an meinen wunderschönen, WERTvollen Visitenkarten in ihrer schönencoolen Box. Sie designen zu lassen war nicht gerade ein Schnäppchen. Aber: sie sind es mir WERT. Ich bin es mir WERT. Mein Unternehmen ist es WERT, angemessen dargestellt zu werden. Meine Freude – und die Reaktionen meiner (potentiellen) KundInnen – beweisen mir: dieses kleine Stück Papier vermittelt hochWERTige Qualität!
Genauso stilvoll ist übrigens mein Geschäftspapier und erst recht meine Seminar“mappen“. Sehr eigensinnig und WERThaltig. Und nachhaltig. Auch das ein wichtiger WERT. Mir jedenfalls.
Und mir ist wichtig: ich will mich wohlfühlen mit meinen Materialien. Möchte meinen KundInnen auch auf diese Art meine WERTschätzung entgegenbringen. Ich möchte, dass meine Geschäftsausstattung einen Teil des MehrWERTs, den ich liefere, widerspiegelt.
Die Mappen sind wahrscheinlich bald im Showroom von nanosstylz, einer sehr genialen Designerin, zu finden. Nur falls eine/r neugierig ist ;)…

Beispiel 3:

Ich fühle mich als Unternehmerin in einem anderen Maß als vorher in der Verantwortung. (Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht auch in diesem Artikel wieder das Thema Verantwortung ins Spiel bringen würde ;)…)

Zunächst einmal in einer Verantwortung mir selbst gegenüber.
Das heißt beispielsweise, dass ich in meiner Honorargestaltung klar bin und nur in geringem Spielraum verhandle. Dass ich auch mal einen Auftrag ablehne, wenn er mir nicht einen gefühlsmäßig angemessenen GegenWERT für meine Leistung gibt. Dass ich Geschenke, die mir z. B. in Form von Netzwerkkontakten entgegengebracht werden, mit freudiger WERTschätzung annehme (für die private Ina nicht so selbstverständlich).

Ich fühle mich logischerweise auch den Menschen gegenüber verantwortlich, die mit mir arbeiten.
Ich sorge zum Beispiel dafür, dass ich einen guten Job mache. Dass die ideellen und materiellen WERTe, die in einem Auftrag ausgetauscht werden, im Gleichgewicht sind. Dass sich meine KundInnen WERTvoll fühlen, am liebsten sogar WERTvoller als vor der Begegnung mit mir. Dass sie einen guten Service und WERTschätzenden Umgang von mir erwarten dürfen. Dass sie von mir nur bekommen, wozu ich mich qualifiziert fühle. Oberflächliche Quacksalberei ist nicht meins.

Und ich fühle mich als Unternehmerin verantwortlich für die Welt.
Jetzt hab ich in meinem Leben schmerzhaft gelernt, dass ich die Welt nicht retten kann. Immerhin. Aber ich kann einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Welt lebensWERTer wird. Dadurch, dass ich Menschen unterstütze, sich besser zu verständigen. Konstruktiver im Team zu arbeiten. Ihre Konflikte – innere oder äußere – WERTschätzend zu lösen. Ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Sich mit dem, was sie als WERTvoll betrachten, in ihre Gemeinschaft einzubringen. Das kann ich direkt durch meine Arbeit erreichen. Deshalb tue ich, was ich tue.
Außerdem habe ich mich entschieden, in kleinem Umfang ehrenamtlich für die Deutsche Stiftung Mediation tätig zu sein. Weil ich finde, dass die Mediation letztlich ein Mittel zur Stärkung der Demokratie darstellt und unbedingt in unser Denken und Handeln einfließen muss. Weil sie so WERTvoll ist.
Zusätzlich unterstütze ich auf indirektem Weg Menschen, die sich für Tierrechte, Klimaschutz und Menschenrechte einsetzen, indem ich einigen Organisationen, deren Arbeit ich sehr WERTschätze, 3% meines Umsatzes spende. Mehr dazu auf meiner Website unter mehrWERTe.

Ich bin über mein noch recht junges virtuelles Netzwerk bei Twitter und Facebook auf die Blogparade „Mehr Wertschätzung für Solo-Unternehmer“ von Monika Birkner aufmerksam geworden (DANKE dafür an die Netzgemeinschaft!) und habe eine ganze Weile überlegt, ob ich mitmache. Weil ich mich zuerst einmal auseinandersetzen musste damit, dass die Situation für Solo-UnternehmerInnen strukturell, politisch und individuell offensichtlich eine ist, in der sie wenig WERTschätzung erfahren. Was ich bisher so gar nicht empfunden habe. Und darüber bin ich sehr froh! Denn ich fühle mich mit meinem Beitrag, den ich in unsere Welt hinaustrage, sehr WERTvoll. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mich so fühlen darf. Und: dass ich das tun darf, was ich liebe!

Danke an Monika Birkner für die schöne Idee zur Blogparade!

Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unterstütze seit 1996 Menschen darin, ihre persönlichen, beruflichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themenfelder: Kommunikation | Konflikte | Ziele

Unternehmen und Organisationen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unternehmensprozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autorisierte Prozessberaterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.