Wo liegt mein Glück? Geschichten über das Finden des eigenen BeRUFswegs

Unter der Überschrift »Berufliche Neuori­en­tierung: Vom Bankdi­rektor zum Kräuterbauer« wird in der Süddeutschen über einen Mann berichtet, der nach jahre­langem beruf­lichen Erfolg als Filial­leiter einer Bank in Südtirol »zurück­ge­wandert« ist in seinen Geburtsort, um dort, gemeinsam mit seiner Frau, die zuvor ein Restaurant in Wien geleitet hat, in meditativer Handarbeit Kräuter anzubauen und Teemi­schugen zu kreieren. Die Mischungen sind so beliebt wie hochpreisig und stets ausverkauft. Und die beiden Menschen? Sie sind glücklich. Nicht nur wegen ihres Erfolgs sondern vor allem wegen ihres neuen Lebens in den Südtiroler Bergen, jenseits von »Bequem­lich­keiten«, Menschen­massen und Verkehrsdreck.

Geht es dir auch so, wenn du solche Geschichten liest… Du fühlst dich irgendwie berührt? Eine Sehnsucht in dir beginnt zu klingen? Fragen, Zweifel tauchen auf?

Wo liegt mein Glück?

Was will ich eigentlich mit meinem Leben machen? Wo liegt mein Lebensglück? Bin ich wirklich zufrieden mit meinem Leben, wie es ist? Was ist aus meinem Kindheitstraum geworden?

Diese Fragen berühren genau die Ebenen, von denen ich in meinem letzten Artikel »Was ist meine BeRUFung? Berufswahl und klare Ausrichtung in beruf­lichen Krisen« behauptet habe, sie seien die wichtigsten in der Suche nach beruf­lichem Glück: die Ebene der Werte, die Ebene der Identität und die spiri­tuelle Ebene der Zugehö­rigkeit.

Diese Fragen sind es, die uns voran­bringen. Die uns unser ganz persön­liches Glück finden lassen. Die uns zur Entfaltung unseres Potentials führen.

Wenn wir es wagen, uns ihnen zu stellen. Oder die Kraft aufbringen, daran zu arbeiten, egal, wie unglücklich und hilflos wir uns vielleicht fühlen, egal, wie groß unsere Not ist. Ganz egal, wie schwer es uns fällt: die Fragen nach unseren Werten, unserer Identität und unserer Zugehö­rigkeit sind unumgänglich und not-wendig.

Meist ist es erst einmal harte Arbeit, sich selbst auf die Spur zu kommen

Denn wir haben diese ganz persönliche Spur vielleicht schon in unserer Jugendzeit verlassen oder vergessen, indem wir einen Beruf gewählt haben, der nicht wirklich unsere Sehnsucht, unseren RUF berührt. Der vielleicht praktisch ist, Geld verspricht oder die Eltern beruhigt. Oder wir haben gar keinen Beruf gelernt. Uns einfach hinge­stellt und »irgendwas« gearbeitet. Bis wir eine Familie gegründet haben und uns ganz dieser Aufgabe gewidmet haben. (Ein kleiner Neben­gedanke: was geben wir auf, wenn wir einer Aufgabe nachgehen, worin liegt die Auf-gabe in der Aufgabe?)

Welchen Weg wir auch gewählt haben: wenn es nicht unser ureigener war oder sich darin entschei­dendes verändert hat, erfordert es zunächst Arbeit, die eigene Spur wieder­zu­finden. Ich sage bewusst, »wieder-»zufinden, weil wir in aller Regel als Kinder, meist zwischen 8 und 10 Jahren, sehr genau spüren, was unser Weg ist. Es gibt nur oft keine realis­tische Übersetzung dafür. Weshalb dieses Wissen wieder vergessen wird.

Wenn wir also die Arbeit »uns selbst auf die Spur kommen« geleistet haben und wissen, was uns RUFt, dürfen wir uns erst einmal freuen!

Für die nächsten Schritte brauchen wir Mut

Den Mut, uns für unseren Weg einzu­setzen. Uns zu infor­mieren, Neues zu lernen, Hindernisse zu überwinden. Der Kräuterbauer wurde auch nicht über Nacht zum Kräuterbauer. Er probierte erst anderes aus. Scheiterte. Lernte. Sammelte Erfah­rungen.

Und damit wir nicht aufgeben, brauchen wir die innere Sicherheit, dass wir »den richtigen« Weg gehen

Diese innere Sicherheit haben wir, wenn wir die Fragen nach unseren Werten, unserer Identität und unserer Zugehö­rigkeit geklärt haben.

In meiner langjährigen Coaching­arbeit mit Menschen, die sich beruflich neu oder umori­en­tieren (müssen), habe ich viele solcher »Kräuterbauer«-Lebenswege begleitet. Und das sind nicht unbedingt die gern erzählten Erfolgs­ge­schichten à la »Broker wird Ziegenbauer« oder »Managerin steigt aus und hilft in brasi­lia­nischen Slums jungen Mädchen«. Diese Geschichten sind wunderbar und können uns anregen, unseren eigenen Weg zu finden. Aber vielleicht fühlen sich diese Geschichten auch für dich »weit weg« an? Weit entfernt von dir und deinem Leben?

Die Lebenswege, die ich begleitet habe, sind die Lebenswege ganz »normaler« Menschen

Menschen, die ihr Leben leben. Irgendwann spüren, sie suchen etwas anderes. Oder die durch konkrete Lebens­er­eignisse dazu gezwungen werden. Die ihren Träumen und Wünschen Raum geben. Die sich dafür Unter­stützung suchen und sich auf den Weg machen. Auf den Weg zu sich selbst, zu ihrem Glück, zu ihrer Entfaltung.

Eine möchte ich hier beispielhaft erzählen.

Heidi, Mitte vierzig, gelernte Bürokauffrau und seit 12 Jahren ausschließlich Famili­enfrau, nahm an einem Kurs für Wieder­ein­stei­ge­rinnen teil, der von der Agentur für Arbeit gefördert wurde. Es ging, sehr beliebt in der geför­derten Weiter­bildung, um EDV- und betriebs­wirt­schaftliche Grundlagen.

Mein Job war es, die Frauen mittels Bewer­bungs­training und Coaching zu unter­stützen, eine Arbeits­stelle zu finden. Ich wusste schon immer – woher, weiß ich nicht -, dass ein Bewer­bungs­training erst dann sinnvoll ist, wenn die Menschen ganz genau wissen, wofür und warum sie sich für einen bestimmten Weg entschieden haben. Deshalb traute ich mich, die engen Vorgaben zu verlassen und arbeitete mit den Frauen viel zu den Fragen aus den drei Ebenen: Werte, Identität und (spiri­tuelle) Zugehö­rigkeit.

Einen Tag nach einer sehr intensiven Gruppen­einheit zum Thema »Was will ich im Leben wirklich« kam Heidi zu mir und sagte, sehr aufgeregt und gleich­zeitig sehr klar: »Ina, ich muss den Kurs abbrechen! Mir ist gestern klarge­worden, dass ich eine Yogaschule aufmachen will!«. Sie entschuldigte sich bei mir, weil sie befürchtete, dass ich wegen ihres vorzeitigen Abbruchs Schwie­rig­keiten bekäme. Und sie bedankte sich bei mir dafür, dass ich sie dahin gebracht hätte, endlich genau zu spüren, was sie wirklich will. Ich freute mich sehr für sie. Alles hörte sich so stimmg an. Und sie so glücklich und kraftvoll.

Am gleichen Tag brach sie den Kurs ab. Ihre Yogaschule gibt es immer noch. Und sie ist immer noch froh und dankbar, ihrem RUF gefolgt zu sein.

 

Mit dieser Geschichte möchte ich dir Mut machen. Mut, dich zu fragen, was du wirklich willst in deinem Leben. Dich zu fragen, wo dein Glück liegt. Welche Potentiale in dir zur Entfaltung kommen wollen. Wohin du dich RUFen lassen willst.

Wenn du dafür Unter­stützung möchtest, melde dich sehr gern bei mir. Ich verspreche dir nicht, dass du reich, erfolgreich, auf immer und ewig glücklich sein wirst.

Ich verspreche dir, dass ich mit allem, was ich kann und was ich bin, den RAUM für dich gestalte, in dem du dich entfalten kannst. In dem du die Möglichkeit hast, dir auf die Spur zu kommen. Deine Fragen zu klären. Wohin auch immer dich das führen mag. Wir dürfen freudig gespannt sein :)


Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unter­stütze seit 1996 Menschen darin, ihre persön­lichen, beruf­lichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themen­felder: Kommu­ni­kation | Konflikte | Ziele

Unter­nehmen und Organi­sa­tionen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unter­neh­mens­prozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autori­sierte Prozess­be­raterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.

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