Indignez-vous: Alev Dudek engagiert sich

Angelehnt an Stéphane Frédéric Hessels „Indignez-vous“ lasse ich in der Kategorie »engagement für das leben« immer wieder mal inter­essante Menschen zu Wort kommen, die über ihr persön­liches Engagement für das Leben berichten.

Mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu inspi­rieren, sich zu empören. Ihnen Mut zu machen, aufzu­stehen und sich für eine bessere Welt zu engagieren.

Heute engagiert sich Alev Dudek.

Alev ist in Fürth in Bayern geboren, hat Abitur am Dürer-Gymnasium in Nürnberg und Bachelor und Master Abschlüsse bei der Western Michigan University gemacht. Sie ist Bloggerin, Kolum­nistin und Referentin für Diversity, Chancen­gleichheit, Anti-Diskriminierung und ähnliche Themen. Alev im web. Außerdem ist Alev stolze Halb-Marathonläuferin, lebt vegan und setzt sich aktiv für einen ethischen Umgang mit Tieren ein.

Liebe Alev, worüber „empörst“ du dich? Was findest du in der Welt, wie du sie erlebst, „unwürdig“?

Ich „empöre“ mich am meisten darüber, wie wir Tiere behandeln und ausnützen. Ich finde unser Verhalten gegenüber Tieren nicht nur unwürdig gegenüber ihnen, sondern auch unwürdig uns Menschen gegenüber. Denn ein Mensch kann nur dann sich wirklich selbst respek­tieren, wenn er auch andere Wesen respektiert.

Ich „empöre“ mich auch darüber, wie wir unsere Kinder und uns selbst behandeln und behandeln lassen. Wir Menschen übersehen oft das Wesentliche, nicht nur in anderen sondern auch in uns selbst. Deshalb lassen wir uns in Hinsicht darauf, wie wir leben und auf was wir Wert legen, von anderen „verleiten“ und beein­flussen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass jedes Wesen, jeder Mensch etwas Besonderes ist. Diese Beson­der­heiten können aber nur dann richtig zur Geltung kommen, wenn wir uns nicht verstellen und authentisch bleiben. Die Grenzen für unser Verhalten sollte das Gesetz darstellen, nicht gesell­schaftliche Zwänge. Solange wir im gesetz­lichen Rahmen agieren, sollten wir uns so wenig begrenzen wie möglich. (Es sei in diesem Zusam­menhang noch erwähnt, dass wenn wir mit einem Gesetz nicht einver­standen sind, wir versuchen müssen, auf recht­mäßigen Wegen auch dieses Gesetz zu ändern.)

Dazu gehört aber viel Mut. Denn Menschen haben so viele unnötige Grenzen und Limita­tionen für sich gesetzt, dass es fast unmöglich ist, wirklich authentisch zu sein.

Stell dir vor, eine Fee gibt dir drei Wünsche frei, mit denen du in dieser Welt etwas verändern kannst: was wünschst du dir?

a) Gegen­seitigen Respekt – Respekt vor allen Lebewesen und Respekt vor der Natur; insbe­sondere: Respekt gegenüber uns selbst.
b) Weniger Ausbeutung, mehr Nachhal­tigkeit.
c) Mehr Zeit zum Meditieren, zum In-sich-hineingehen, zum Mensch sein.

Wie gehst du – im Innen und vielleicht auch im Außen – mit deiner „Empörung“ um?

Innen: Ich meditiere viel, ich lese und unterhalte mich sehr gerne mit Menschen, die sich selbst­kritisch wahrnehmen. Ich versuche mich auf das Wesentliche im Leben zu konzen­trieren und mich nicht vom Unwesent­lichen ablenken zu lassen.

Ich versuche, mich an all das Gute in meinem Leben zu erinnern und die vielen „Privi­legien“ die ich habe, wertzu­schätzen. Ich habe sehr viel im Leben, für das ich dankbar bin, für meine Freunde, für meine Familie, für die vielen Erlebnisse und Möglich­keiten, die ich im Leben gehabt habe und immer noch habe.

Manche Menschen haben mehr als ich, viele aber auch weniger. Also bin ich dankbar für alles Positive in meinem Leben. Ich bin besonders dankbar, dass ich ein einem Land geboren bin, wo ich mich ziemlich frei bewegen kann, wo ich meine Meinung äußern kann. Vieles, was wir im Leben für selbst­ver­ständlich nehmen, ist nicht so selbst­ver­ständlich.

Außen: Ich versuche, durch Meinungs­äu­ßerung und Kritik meinen Teil zu einer „besseren Welt“ beizu­tragen. Das ist sehr wichtig für mich.

Ich denke, dass das Leben im Großen und Ganzen wirklich schön ist, wenn man sich auf das Wesentliche konzen­triert.

Welche Erfahrungen hast du mit dem „Empören und Engagieren“ in deinem Leben gemacht?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen es sich gemütlich machen und lieber „wegschauen“. Manchmal möchte auch ich „wegschauen“ können, aber dann bin ich stolz darauf, dass ich den Mut habe, das auszu­drücken, was andere sich nicht trauen. Besonders als Frau ist es für mich wichtig, Stärke und Mut zu zeigen.

Welche Empfehlungen kannst du anderen Menschen, die sich „empören“, geben?

Sich „empören“ alleine bringt wenig, wenn man die „Empörung“ nicht dafür nutzt, etwas Positives zu bewirken. Man sollte diese „Energie“ in eine positive Handlung umwandeln und etwas damit bewirken. Die beste „Tat“ ist meiner Meinung nach: die Äußerung der eigenen Meinung und Aufklärung anderer.

Menschen, die „nicht mit der Masse gehen“ oder „nicht so denken wie andere“, sollten wissen, dass ihr „Verhalten“ auch einen „Preis“ hat. Menschen die mit der „Masse gehen“, haben es in vieler Hinsicht wesentlich bequemer.

Es gibt aber auch eine wichtige „Belohnung“, wenn man authentisch ist: Selbstrespekt!

Jeder Mensch muss den „Preis“ und die „Belohnung“ für sich abwägen und selbst entscheiden, ob es „Wert“ ist, und wann, etwas zu sagen. Eine kritische Meinung, die sich von der Masse unter­scheidet, zu äußern. Ich würde raten, sich nicht über alles zu „empören“ sondern sich auf das, was für einen am Wichtigsten erscheint, zu konzen­trieren. Wenn man sich über „alles empört“, wird man nicht ernst genommen; man ist dann auch nicht so effektiv. Man sollte sich auf die Themen, die einem wirklich am Herzen liegen, konzen­trieren, und versuchen, zu den Themen einen Beitrag leisten.

Danke, Alev, für dein Engagement!


Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unter­stütze seit 1996 Menschen darin, ihre persön­lichen, beruf­lichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themen­felder: Kommu­ni­kation | Konflikte | Ziele

Unter­nehmen und Organi­sa­tionen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unter­neh­mens­prozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autori­sierte Prozess­be­raterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.

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