Flow ist Glück oder: meine erste Präsentation mit Keynote

Der Lebens­künstler hat mich eingeladen, Gast auf seiner Blogparty zum Flowerleben zu sein. Ich nehme die Einladung gerne an.

Zum einen, weil sie mich anlacht. Die Party bietet mir auf dem Silber­tablett eine schöne Gelegenheit, die Bloggerin&Zwitscherin in mir wieder auftauchen zu lassen, nachdem ich mir seit Anfang September eine Offline-Zeit gegeben habe, zunächst gesund­heits­bedingt, dann selbst­gewählt. Da die Entscheidung, offline zu sein, in einem längeren Prozess einfach so entstanden ist, habt ihr auch keine »Ankün­digung« dazu erhalten. Ganz kundIn­nen­un­freundlich, pfui. Und gut für mich.

Zum anderen, weil die Einladung mich genau zu dem Zeitpunkt erreicht hat, als ich gerade einen halben Tag im Flow hinter mir hatte. Na, wenn das mal kein Zeichen ist ;)

Hier also meine Flow-Geschichte.

Malou, die Erweckerin

Meine Geschichte beginnt mit dem Schluss: gegen 16.30 Uhr legt sich Malou, eine der beiden Katzen­schätze, die mit mir leben, fett und breit und schwer auf meine Unterarme. An den locker auf dem Schreibtisch liegenden Unterarmen hängen Hände, die unbedingt lauter wichtige Sachen in die Tastatur meines Macbooks tippen wollen. Und ein Körper, der völlig vernach­lässigt quasi nicht vorhanden ist. Und ein Hirn, das immer weiter Ideen spinnt, einfach nicht aufhören will.

Malou geht wieder.

Eine Viertel­stunde später ist sie wieder da. Gleiches Spiel. Da ich grade zwischen Trackpad, Maus und Tatatur hin und her wechseln muss, geht mit der Katz auf meinen Ärmchen nichts mehr. Die Handgelenke sind bewegungs­unfähig. Also, was tun?

Ich küsse sie zwischen die Ohren.

Und höre auf einmal die Schweinchen, die im Neben­zimmer mit lautem »WIR VERHUNGERN«-Geschrei randa­lieren. Ganz leise höre ich sie zuerst, wie durch einen Nebel. Und ganz allmählich, zum Zugucken langsam tröpfelt das Geräusch in mein Bewusstsein. Zäh wie Patchouliöl. Die Schweine rufen. Die Schweine. Ja. Hier, die Farbe muss noch anders. Ich kann meine Hände nicht bewegen, oooch Malou­schatz.

Malou­schatz macht sich noch einen Tick schwerer, legt den Kopf auf den Rücken meiner rechten Hand. Meine Maushand! Die Farbe muss doch noch. Die Schweine rufen.

Was ist eigentlich los? Warum liegt Malou hier auf meinen Armen? Ich will doch noch. Malou. Auf meinen Armen. Ich am Schreibtich. Schon länger. Moment, das macht sie doch immer, wenn sie findet, ich hätte genug gearbeitet. Wie. Ich soll aufhören? Schon? Hm. Wie spät ist eigentlich?

Die Uhr zeigt kurz vor 5. Ja. Gleich ist 5. 5 Uhr. Nachmittag. Die Schweine schreien. Du musst jetzt aufstehen. Aufstehn? Ja, und die Tiere versorgen.

Was? Schon 5? Wieso haben die Fellnasen nicht schon seit 3 gerufen, wie sie’s sonst immer machen, wenn ich zuhause arbeite? Haben sie. Du hast’s nur nicht gehört.

Ok. Rechner aus. Und: go, back into normal life!

Was vor 5 geschah

Um 7.30 Uhr saß ich an diesem Tag mit meinem zweiten Kaffee am Rechner mit dem Plan, eine Präsen­tation zu erstellen, die ich demnächst auf einer Fachtagung halten würde. Soweit so gut.

Wer mich kennt, weiß: ich arbeite so gut wie nie mit klassischen Powerpoint-Präsentationen. Mir ist das immer zu unlebendig, irgendwie so festgefügt. Und ich muss beim Präsen­tieren auf dem Schirm haben, wo ich grad im Raum rumspringe (Reichweite der Maus und so…), das ist mir lästig. Deshalb sind meine Lieblings­medien immer noch Flipchart und Pinnwand, da kann das Kind mit Papier und Stiften hantieren ;)

Heißt: ich bin bisher einigermaßen mit der Präsen­ta­ti­ons­software von OpenOffice ausge­kommen. Einigermaßen. An diesem Tag war damit Schluss.

Bereits bei der ersten Folie hab ich mich so geärgert über das unkom­fortable Handling, dass ich entschied: ich kaufe endlich Keynote (Präsen­ta­ti­ons­programm für Mac). Jetzt! Also: App Store gehen, Keynote finden, auf kaufen klicken: »Keynote kann nicht installiert werden, da das neueste Betriebs­system benötigt wird.« Mist! Erstmal Tee kochen. Und gleich noch ein paar Telefonate erledigen. Nebenher die Problem­lösung laufen lassen. Danach stand fest: Ich brauche die Vorgän­ger­version von Keynote, denn ich werde sicher nicht mein Betriebs­system upgraden, gratis hin oder her. Die Recherché im Netz ergab, dass ich das Programm nur noch als CD erstehen kann. Nix mit runterladen und losar­beiten, wie das sonst geht. Immerhin: es gibt eine Testversion als Download. Selbige installiert und…

Schnurrrrr… zu Hause gefühlt!

Was für ein Genuss: alles flutscht, erklärt sich mir von selbst. Ein Doppelklick auf ein grafisches Folien­element der Vorlage und ich werde gefragt, ob ich das im Folien­master weiter­be­ar­beiten will. So geht Benut­ze­rin­nen­führung! Ina also glücklich und kann sich endlich auf die Inhalte konzen­trieren!

Und so gleite ich, ohne es zu merken, in einen Flow-Zustand. Eine Folie nach der anderen entsteht, zack, zack, zack, wie stell ich diesen Inhalt am besten dar? Ah ja, eine Grafik, ach cool, wie einfach alles. Ahh, und hier diese Farbe, hier eine meiner CI-Farben, ja, so gefällt’s mir. Die Linie hier kann noch dünner. Sehr gut. Hmmm, was muss zuerst, damit meine Botschaft verständlich wird? Ja, ich nehme den Teil nach vorne und… so entsteht voller Freude und in tiefster Konzen­tration meine Präsen­tation. Im Rechner und gleich­zeitig in meinem Kopf.

Ein Gefühl von Einssein

In solchen Flow-Zuständen nehme ich fast nur noch wahr, was ich gerade tue. Ich achte nicht mehr auf die Zeit. Spüre nicht, ob oder wann ich Hunger bekomme. Das Wetter draußen? Kühl im Zimmer? Wenn ich im Flow bin, bin ich ausschließlich im Moment. Die Zeit steht still. Ich fühle mich vollkommen eins mit mir und meinem Tun.

Im Flow gibt es kein Zweifeln, kein Richtig-oder-falsch. Auch kein definiertes Ziel, kein Ergebnis, auf das hinge­strömt wird. Vielleicht im Gegenteil: je mehr wir auf ein Ergebnis aus sind, desto kleiner die Chance, uns dem Prozess des Fließens zu überlassen. Hier mehr zu meinem Verständnis von Zielen.

Wie auch immer: im Flow gibt es nur mich, mein Tun und den Moment, in dem es statt­findet.

Diesen Zustand kenne ich von vielen Arbeits­si­tua­tionen. Ein Konflikt-Coaching, ein Rheto­rik­training, eine Astro­be­ratung. Der Prozess im Erfolgsteam, bis eine*r sein*ihr Ziel klar vor Augen hörspürt. Einen Blogartikel schreiben. Was für ein Geschenk!

Ich gerate sehr oft und ganz leicht in einen Flow, wenn es

1. ums Konzi­pieren geht (ein Seminar, eine Kampagne, einen Stall für die Schweinchen…), gerne im Team,
2. ums Schreiben oder
3. ums Gestalten (Werbe- oder Seminar­ma­terial, Innen­ein­richtung, diesen Blog… hab ich schon erzählt, dass ich in einem anderen Leben Designerin wäre?).
4. In Gruppen­sessions.
5. In intensiven Gesprächen. Und
6. fast immer, wenn’s um Kommu­ni­kation und das Lösen von Konflikten geht.

Flow und die Suche nach der BeRUFung

Das Schreiben dieses Artikels führt mir einmal mehr vor Augen, was für ein Glück ich habe, arbeiten zu dürfen, worin ich meine BeRUFung empfinde. Ein großes Wort vielleicht, BeRUFung. Für mich bedeutet es, dass ich entdecke und tue, was ich zutiefst liebe. Ein Tun aus ganzem Herzen, ein Tun, bei dem ich mit meinem ganzen Sein involviert bin. Präsent, authentisch, wahrhaftig.

Und in der Tat: würdest du ein Coaching bei mir buchen, um nach beruf­lichen Möglich­keiten zu suchen, würde ich dich fragen, bei welchen Tätig­keiten du Flow erlebst. Denn genau diese Tätig­keiten weisen dir den Weg zu deiner BeRUFung. Weil das ein Zustand ist, in dem du voll da bist und all dein Sein zur Entfaltung bringst.

Das zu erleben, ist pures Glück.


Ina Machold
DREILAND | Potenziale nutzen. Nachhaltig.

»Poten­ziale nach­hal­tig zu nut­zen, heißt, die Per­sön­lich­keit zu ent­fal­ten.
Die Per­sön­lich­keit als Mensch und die Per­sön­lich­keit als Orga­ni­sa­tion.«

Ich unter­stütze seit 1996 Menschen darin, ihre persön­lichen, beruf­lichen und politischen Potenziale zu entfalten.
Themen­felder: Kommu­ni­kation | Konflikte | Ziele

Unter­nehmen und Organi­sa­tionen verändern durch meine Arbeit ihre Kultur.
Unter­neh­mens­prozesse: Führung | Kompetenz Management | Diversity Management

Diplom-Pädagogin und Mediatorin
Autori­sierte Prozess­be­raterin für KMU bei unternehmensWert:Mensch
Mehr über meine Erfahrung, Arbeitsweise und Werte auf der DREILAND Website.

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